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Fenster ausmessen: So kommen Sie zum richtigen Bestellmaß

Bei einem Fenster nach Maß ist Ihre Zahl die Fertigungszahl. Es gibt keine Toleranz nach oben, keinen Umtausch und keine zweite Chance. Diese Anleitung führt Sie in der richtigen Reihenfolge durch das Aufmaß.

Warum die Maueröffnung zählt, nicht das alte Fenster

Der häufigste Fehler passiert vor dem ersten Messen: Es wird das alte Fenster abgemessen statt der Öffnung, in die das neue soll. Das alte Element hat einen Blendrahmen, sitzt in einer Fuge, hat vielleicht eine überputzte Anschlussleiste und wurde womöglich selbst schon zu klein eingebaut. Übernehmen Sie dieses Maß, vererben Sie jeden Fehler weiter.

Messen Sie stattdessen den lichten Rohbau, also die reine Maueröffnung nach dem Ausbau des alten Elements. Wenn Sie vor dem Ausbau bestellen müssen, was die Regel ist, messen Sie die Öffnung inklusive der Fugen links und rechts und ziehen Sie die vorhandene Anschlussfuge rechnerisch heraus. Bei Zweifeln lohnt es sich, an einer Stelle die Laibung freizulegen.

Drei Messpunkte je Richtung

Maueröffnungen sind selten rechtwinklig. Putz trägt unten dicker auf als oben, Stürze hängen durch, Laibungen ziehen sich. Deshalb wird nicht einmal gemessen, sondern dreimal.

  • Breite: oben, in der Mitte und unten messen. Der kleinste Wert gilt.
  • Höhe: links, in der Mitte und rechts messen. Wieder der kleinste Wert.
  • Diagonalen: beide Diagonalen messen. Weichen sie um mehr als zehn Millimeter voneinander ab, ist die Öffnung windschief und Sie brauchen mehr Luft in der Fuge.

Verwenden Sie ein Stahlbandmaß oder einen Laserentfernungsmesser, keinen Zollstock mit ausgeschlagenen Gelenken. Notieren Sie in Millimetern, nicht in Zentimetern. Der Unterschied zwischen 118 und 1180 hat schon Aufträge gekostet.

Faustregel: Immer den kleinsten gemessenen Wert nehmen. Ein Fenster, das fünf Millimeter zu klein ist, lässt sich ausschäumen. Ein Fenster, das fünf Millimeter zu groß ist, passt nicht.

Vom Rohbaumaß zum Bestellmaß

Zwischen Blendrahmen und Mauerwerk muss eine Fuge bleiben. Sie nimmt Bewegungen auf, wird gedämmt und abgedichtet. Ohne diese Fuge lässt sich das Element weder ausrichten noch dauerhaft dicht anschließen.

Als Richtwert ziehen Sie je Seite 10 bis 15 Millimeter ab, in der Breite also 20 bis 30 Millimeter insgesamt. Bei der Höhe kommt es darauf an, wie der untere Anschluss aussieht: Bei einer Fensterbank mit Anschlussprofil rechnen Sie unten mit mehr Abzug als oben.

  1. Kleinste gemessene Breite notieren, zum Beispiel 1240 mm.
  2. Zweimal 12 mm Fuge abziehen, ergibt 1216 mm Bestellbreite.
  3. Kleinste gemessene Höhe notieren, zum Beispiel 1465 mm.
  4. Oben 12 mm und unten 18 mm abziehen, ergibt 1435 mm Bestellhöhe.

Bei windschiefen Öffnungen oder sehr altem Bestand gehen Sie auf 15 Millimeter je Seite. Etwas mehr Fuge ist ärgerlich für den Verputzer, ein zu großes Element ist ein Totalverlust.

Fünf Fehler, die richtig teuer werden

  • Über die Fensterbank gemessen. Die Bank gehört nicht zur Öffnung. Gemessen wird bis zur Rohbaukante darunter.
  • Nur an einer Stelle gemessen. Genau dort war die Öffnung zufällig am breitesten.
  • Rollladenkasten übersehen. Ein aufgesetzter oder eingebauter Kasten reduziert die verfügbare Höhe erheblich.
  • Breite und Höhe vertauscht. Bei nahezu quadratischen Elementen fällt das erst bei der Anlieferung auf.
  • Innen statt außen gemessen. Bei abgeschrägten Laibungen sind das schnell zwei bis drei Zentimeter Unterschied.

Sicherheitsschritt: Messen Sie ein zweites Mal an einem anderen Tag und vergleichen Sie die Zettel. Abweichungen fallen so auf, bevor der Auftrag rausgeht.

Was mit Ihrem Maß im Preis passiert

Gefertigt wird exakt Ihr Millimetermaß. Der Preis kommt aus einer Rastertabelle mit Stufen von 100 Millimetern, deshalb werden Breite und Höhe für die Abrechnung unabhängig voneinander auf die nächste Stufe aufgerundet.

Ein Element mit 1216 mal 1435 Millimetern wird also nach der Stufe 1300 mal 1500 abgerechnet und trotzdem in Ihren Maßen gebaut. Im Konfigurator sehen Sie beides nebeneinander: Ihr Maß durchgezogen, die abgerechnete Stufe gestrichelt.

Praktischer Nebeneffekt: Wenn Ihr Maß knapp über einer Stufe liegt, etwa bei 1305 Millimetern, lohnt sich ein zweiter Blick auf das Aufmaß. Fünf Millimeter weniger können eine ganze Preisstufe sparen, sofern die Fuge das hergibt.

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Häufige Fragen

Millimeter oder Zentimeter?

Immer Millimeter. Ein Komma an der falschen Stelle kostet ein Fenster.

Was, wenn die Öffnung schief ist?

Dann zählt der kleinste gemessene Wert. Die Schiefe gleicht später die Fuge aus.

Wie messe ich bei Rollladenkasten?

Von der Unterkante des Kastens bis zur Fensterbank. Der Kasten gehört nicht zur Höhe.

Kann ich Maße nachträglich ändern?

Nur vor der Auftragsbestätigung. Danach läuft die Fertigung.

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