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Kunststoff, Holz oder Holz-Aluminium: Welches Fenster wofür

Die Materialfrage wird meist nach Optik entschieden und danach lange bereut. Sinnvoller ist die Frage, wie viel Pflege Sie einplanen wollen und wie stark die Fassade bewittert ist.

Kunststoff: der Standard und warum

Rund drei Viertel aller Fenster in Deutschland sind heute aus Kunststoff, und das hat handfeste Gründe. Ein Kunststofffenster braucht keinen Anstrich, verzieht sich nicht, verträgt Schlagregen ohne Schaden und kostet in der Anschaffung am wenigsten.

Wir arbeiten mit zwei Herstellern. classica AD 76 von Veka ist unser Basisraster, ein Fünfkammerprofil mit 76 Millimetern Bautiefe. perfekta MD 82 von Salamander ist die günstigste Variante im Programm und liegt drei Prozent unter dem Basispreis. Wer mehr Dämmung will, nimmt classica MD 82 mit 82 Millimetern Bautiefe für sieben Prozent Aufschlag.

Das Argument gegen Kunststoff ist die Optik im Detail: Die Profile bauen breiter als Holz, die Ansichtsflächen sind größer, und in dunklen Farben arbeitet das Material in der Sonne. Bei Sonderfarben auf Kunststoff sollte man deshalb bei großen Elementen zweimal hinschauen.

Holz: schön, aber mit Pflegevertrag

classica HO 80 ist unser Holzraster mit 80 Millimetern Bautiefe. Verfügbar in Fichte, Kiefer, Meranti, Red Grandis und Eiche. Holz hat schmalere Ansichten, ein wärmeres Raumgefühl und einen deutlich besseren Ökobilanzwert.

Der Haken steht draußen. Eine lasierte Holzoberfläche auf einer wetterzugewandten Südwestfassade will alle vier bis sechs Jahre nachgearbeitet werden, deckend lackiert etwas seltener. Auf der geschützten Nordseite hält dieselbe Oberfläche doppelt so lang. Wer das nicht einplant, hat nach zwölf Jahren aufgeplatzte Kanten und Feuchte im Falz.

Die Holzarten unterscheiden sich dabei erheblich. Fichte und Kiefer sind günstig und weich, Meranti steht besser gegen Feuchte, Red Grandis ist maßhaltiger, Eiche ist die haltbarste und teuerste Variante.

Ehrliche Rechnung: Holz ist in der Anschaffung teurer und im Unterhalt deutlich teurer. Wenn Sie das Streichen nicht selbst machen und nicht selbst machen wollen, rechnen Sie die Malerkosten über dreißig Jahre mit ein, bevor Sie sich entscheiden.

Holz-Aluminium: das Beste beider Seiten

Die Kombination löst das Pflegeproblem: innen Holz mit seiner Optik und Haptik, außen eine Aluminium-Vorsatzschale, die den ganzen Wetterangriff aufnimmt. Die Schale wird nicht gestrichen, sie wird höchstens gewaschen.

Bei uns ist das classicaduo HM 80. Der Aufschlag liegt bei 30 Prozent für Trendfarben und 35 Prozent für Sonderfarben, jeweils auf Rahmen und Flügel gerechnet. Der Farbaufschlag steckt in diesem Systemaufschlag bereits drin und wird nicht zusätzlich berechnet.

Das Gegenstück auf Kunststoffbasis ist classicaduo MD 87: Kunststoffkern, Aluminium-Deckschale, 113 RAL-Sonderfarben. Hier liegt der Aufschlag bei 77 Prozent für Trendfarben und 97 Prozent für Sonderfarben. Das klingt viel, ist aber der Preis dafür, außen jede RAL-Farbe dauerhaft und wartungsfrei zu bekommen.

Rüstkosten beachten: Bei den classicaduo-Systemen fallen unter fünf Elementen einmalig 200 Euro Rüstkosten je Auftrag an. Wer nur ein oder zwei Fenster tauscht, sollte das mitrechnen. Ab dem fünften Element entfallen sie.

Bautiefe: 76 oder 82 Millimeter

Mehr Bautiefe bedeutet mehr Kammern, mehr eingeschlossene Luft und damit einen besseren Wärmedurchgang. Der Sprung von 76 auf 82 Millimeter bringt spürbar bessere Werte und erlaubt dickere Verglasungspakete.

Ob sich das lohnt, hängt vom Rest des Hauses ab. In einem gedämmten Neubau, wo das Fenster die schwächste Stelle in der Hülle ist, zahlt sich jede Verbesserung aus. In einem ungedämmten Altbau mit 36er Vollziegel ist das Fenster nicht mehr das Problem, und die sieben Prozent Aufschlag stecken Sie besser in einen besseren Beschlag.

Was Farbe wirklich kostet

Weiß ist bei Kunststoff der Basispreis, ohne Aufschlag. Alles andere ist eine Folie oder eine Lackierung und schlägt prozentual auf Rahmen und Flügel durch:

  • Trenddekor einseitig, also nur außen: 15 Prozent
  • Trenddekor beidseitig: 25 Prozent
  • Sonderdekor einseitig: 20 Prozent
  • Sonderdekor beidseitig: 30 Prozent

Bei Holz sind es 5 Prozent für Trendfarben und Lasuren und 8 Prozent für RAL-Sonderfarben. Der wichtigste Spartipp steht in der ersten Zeile: Wenn innen Weiß akzeptabel ist, halbiert die einseitige Ausführung den Farbaufschlag fast.

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Häufige Fragen

Welches Material hält am längsten?

Bei guter Pflege halten alle drei 30 Jahre und mehr. Holz braucht dafür regelmäßigen Anstrich.

Ist Holz aufwendiger in der Pflege?

Ja. Lasuren alle fünf bis acht Jahre, Deckanstriche seltener. Holz-Aluminium nimmt Ihnen das außen ab.

Was kostet Holz-Aluminium mehr?

Deutlich mehr als Kunststoff. Der Konfigurator zeigt den Unterschied sofort.

Kann ich Materialien mischen?

Ja, etwa Holz zur Straße und Kunststoff zum Hof. Das ist bei Denkmalauflagen häufig die Lösung.

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