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Uw, Ug und Uf: Die drei U-Werte verstehen

Wer ein Angebot für neue Fenster liest, stolpert über drei Abkürzungen, die sich nur in einem Buchstaben unterscheiden und trotzdem völlig Verschiedenes bedeuten. Wer sie verwechselt, vergleicht Angebote, die nicht vergleichbar sind.

Was ein U-Wert überhaupt aussagt

Der U-Wert beschreibt den Wärmedurchgang. Er gibt an, wie viel Wärmeleistung in Watt durch einen Quadratmeter Bauteil verloren geht, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Kelvin besteht. Die Einheit lautet W/(m²K).

Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme entweicht. Ein Wert von 1,3 bedeutet doppelt so viel Verlust wie ein Wert von 0,65. Das ist der einzige Zusammenhang, den Sie sich merken müssen.

Ug: nur die Scheibe

Das g steht für glazing, also Verglasung. Der Ug-Wert beschreibt ausschließlich den Wärmedurchgang durch die Scheibe, gemessen in der Mitte, weit weg vom Randverbund.

Eine übliche Zweifachverglasung erreicht 1,1. Dreifachverglasungen liegen bei 0,7, 0,6 oder 0,5, je nach Beschichtung und Gasfüllung. Der Unterschied entsteht durch die Zahl der Scheiben, die Zahl der Low-E-Beschichtungen und das Füllgas im Scheibenzwischenraum, meist Argon, seltener Krypton.

Der Ug-Wert ist der Wert, mit dem Hersteller am liebsten werben, weil er der beste von den dreien ist. Er beschreibt aber nur einen Teil des Fensters.

Uf: nur der Rahmen

Das f steht für frame. Der Uf-Wert beschreibt den Wärmedurchgang durch Rahmen und Flügel, also durch das Profil.

Ein Fünfkammerprofil mit 76 Millimetern Bautiefe liegt üblicherweise bei 1,3. Profile mit 82 Millimetern und mehr Kammern erreichen 1,0 bis 1,1. Holzprofile liegen je nach Holzart und Stärke zwischen 1,2 und 1,4, Holz-Aluminium ähnlich, weil die Aluminiumschale thermisch getrennt aufliegt und nicht dämmend wirkt.

Der Uf-Wert ist fast immer schlechter als der Ug-Wert. Das liegt daran, dass ein Profil aus Kunststoff oder Holz Wärme leitet, während eine Dreifachverglasung im Kern zwei Gaspolster hat.

Uw: das ganze Fenster

Das w steht für window. Der Uw-Wert fasst Scheibe, Rahmen und den Randverbund zusammen und ist der einzige Wert, der das tatsächliche Bauteil beschreibt.

Berechnet wird er nach DIN EN ISO 10077-1 aus den Flächenanteilen von Glas und Rahmen, dem längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten des Randverbunds und der Länge der Glaskante.

Genau deshalb ist der Uw-Wert größenabhängig. Dasselbe Profil mit derselben Verglasung ergibt bei einem kleinen Fenster einen schlechteren Uw-Wert als bei einem großen, weil der Rahmenanteil bei kleinen Elementen höher ist. Ein Kellerfenster mit 60 mal 40 Zentimetern besteht fast nur aus Rahmen.

Warum die Größenabhängigkeit wichtig ist

Wenn ein Hersteller einen Uw-Wert nennt, ohne die Bezugsgröße anzugeben, ist die Angabe wertlos. Der Normbezug ist ein Fenster mit 1230 mal 1480 Millimetern, einflügelig, Dreh-Kipp. Auf diese Größe beziehen sich die meisten Datenblätter.

Ihr eigenes Fenster hat aber selten genau dieses Maß. Ein bodentiefes Element mit 1000 mal 2200 Millimetern erreicht einen besseren Uw-Wert als das Normfenster, ein Badfenster mit 600 mal 800 einen deutlich schlechteren. Wenn Sie Angebote vergleichen, achten Sie darauf, dass beide dieselbe Bezugsgröße verwenden.

Der Randverbund, der vierte Faktor

Zwischen den Scheiben sitzt ein Abstandhalter. Früher war das Aluminium, ein hervorragender Wärmeleiter und damit eine Kältebrücke direkt am Glasrand. Dort schlägt sich im Winter zuerst Kondenswasser nieder.

Heute üblich sind warme Kanten aus Edelstahl oder Kunststoffverbund. Sie verbessern den Uw-Wert um etwa 0,1 und verschieben den Taupunkt nach außen. Der Kennwert dafür heißt Psi und taucht in Datenblättern als linearer Wärmedurchgangskoeffizient auf.

Welcher Wert wird gefordert

Das Gebäudeenergiegesetz nennt für den Austausch von Fenstern im Bestand einen Höchstwert von 1,3 für den Uw-Wert. Wer Fördermittel in Anspruch nehmen will, muss deutlich darunter liegen, üblicherweise bei 0,95 oder besser, siehe dazu unsere Energieberatung.

Für ein Passivhaus gilt 0,8 als Obergrenze für das eingebaute Fenster, einschließlich der Einbausituation. Das erreicht man nur mit Dreifachverglasung, warmer Kante und einem Profil mit mindestens 82 Millimetern Bautiefe.

Wann sich der bessere Wert lohnt

Der Sprung von Zweifach auf Dreifach senkt den Uw-Wert eines Normfensters von etwa 1,3 auf etwa 0,95. Das sind rund 27 Prozent weniger Verlust über die Fensterfläche.

Ob sich das rechnet, hängt an der Fläche, an der Himmelsrichtung und an der Heizung. Bei einer Nordfassade mit großen Flächen lohnt es fast immer. Bei einem einzelnen Badfenster im Süden ist der Effekt gering, dort zählt eher der Schallschutz oder der Sichtschutz.

Rechnen Sie nicht nur mit dem Heizkostenvorteil. Ein besserer Uw-Wert bedeutet auch eine höhere Oberflächentemperatur der Scheibe innen. Das verhindert den Kaltluftabfall vor dem Fenster und macht den Sitzplatz am Fenster im Winter nutzbar. Dieser Komfortgewinn taucht in keiner Amortisationsrechnung auf.

Worauf Sie im Angebot achten sollten

Steht dort nur ein Ug-Wert, fehlt die wichtigste Angabe. Steht ein Uw-Wert ohne Bezugsgröße, fragen Sie nach. Steht ein Uw-Wert mit Bezugsgröße und dazu der Uf-Wert des Profils, ist das Angebot vollständig.

Welche Profile welche Werte erreichen, sehen Sie unter Fenster nach Maß. Die Verglasung wählen Sie im Konfigurator und sehen sofort, wie sich der Preis ändert. Wie der Preis zustande kommt, erklärt die Preislogik.

Häufige Fragen

Ist ein Ug-Wert von 0,5 immer besser als 0,7?

Beim Wärmeschutz ja, aber sehr niedrige Ug-Werte gehen oft mit einem geringeren g-Wert einher, also mit weniger solarem Wärmegewinn. Auf der Südseite kann ein Fenster mit Ug 0,7 und hohem g-Wert im Jahresmittel besser abschneiden als eines mit Ug 0,5.

Warum nennt mein Angebot einen Uw-Wert von 0,95, obwohl das Glas 0,6 hat?

Weil der Rahmen schlechter dämmt als das Glas und beide zusammen gewichtet werden. Das ist normal und kein Fehler im Angebot.

Bringt ein besserer U-Wert etwas, wenn die Wand schlecht gedämmt ist?

Ja, aber mit Vorsicht. Wenn die Fenster plötzlich besser dämmen als die Wand, verlagert sich der kälteste Punkt im Raum an die Außenwand. Dort kann dann Schimmel entstehen, wo vorher keiner war. Lassen Sie das bei einer Teilsanierung prüfen, siehe Beratung.

Muss ich nach dem Fenstertausch anders lüften?

Ja. Neue Fenster sind dichter, die Feuchtigkeit bleibt im Raum. Näheres im Beitrag Vor dem Einbau und unter Montage.

Vom Lesen zum Preis

Wenn Sie wissen, was Sie brauchen, dauert die Konfiguration zwei Minuten. Maße eingeben, Ausstattung wählen, Preis ablesen.